Besondere Begabungen

Welche Stärken hat dein Kind?

Als kleine Kinder sind wir großartig darin, Neues zu lernen. Wir fallen zig Mal auf die Nase, stehen wieder auf und üben weiter.

Unsere Eltern bestärken uns ständig in unserem TUN. Sie trösten uns, wenn es wehgetan hat, sie geben uns Hilfestellung, wenn es noch nicht so gut klappen will, sie bieten uns Anschauungsunterricht, damit wir nachahmen können… ganz instinktiv – ohne groß nachzudenken.

Schnell merken sie,

…was uns leicht fällt und was nicht,

…wo wir mehr Hilfe brauchen und wobei gar nicht,

…wo sie uns ermutigen müssen und wobei nicht,

…womit wir am liebsten gar nicht mehr aufhören möchten und womit gar nicht erst beginnen.

Wenn es wichtig für unsere Entwicklung ist, lassen sie nicht locker, bis wir es können. Ist es nicht so wichtig, lassen sie uns damit in Ruhe. Bis dahin ist alles gut…

Und jetzt kommt die systematische Programmierung auf die Schule dazu. Viel wird uns darüber erzählt, was wir dann alles lernen werden. Kleine Kinder freuen sich darauf, endlich selber lesen zu können, weil sie dann ihre Lieblingsgeschichte so oft und wann sie wollen, lesen können – unabhängig von der Zeit und Lust der Erwachsenen.

Sie freuen sich darauf, endlich richtig zählen und rechnen zu können, damit sie ihr Lieblingseis beim Eismann um die Ecke endlich selber kaufen und bezahlen und stolz das genaue Restgeld der Mama vorrechnen und vorzählen können.

Das heißt ganz konkret, sie kennen den Nutzen dessen, was sie lernen werden, schon BEVOR sie ihren ersten Schultag erleben und die Vorfreude ist riesengroß.

Und was passiert dann in den ersten Schuljahren?

Das Lerntempo wird jetzt vorgegeben. Weicht das Kind davon ab, bräuchte es mehr Zeit, gibt es eine Aufforderung an die Eltern, mehr mit dem Kind zu üben… zusätzlich… nachmittags… als MUSS… und nur wenige Eltern gehen jetzt spielerisch an das Thema ran und nutzen dabei die Interessen und Begabungen des Kindes. Stattdessen entsteht Druck… vor lauter Angst, schon am Anfang den Anschluss zu verlieren…

Die Lerninhalte werden jetzt vorgegeben. Die Kinder können nicht mehr wählen, an welcher Sache sie dranbleiben wollen, weil es sie brennend interessiert oder etwas abwählen, weil es sie noch nicht interessiert. Alles MUSS gemacht werden, gleich möglichst gut und genau JETZT.

Passt das Thema zu den eigenen Begabungen – prima – keine Probleme. Passt es nicht, gibt es Extraübungseinheiten für zu Hause oder Ermahnungen in der Schule. Ist es mühevoll mitzukommen oder schwierig, beim Vergleich mit den Klassenkameraden zu bestehen, sinkt der Spaß am Lernen und das Interesse für die Schule ganz schnell in den Keller. Eine traurige Realität…

Und die Lernbedingungen sind jetzt vorgegeben. Alle Kinder sitzen in einer Klasse und sollen zur gleichen Zeit, im gleichen Tempo, mit der gleichen Disziplin und Konzentration und auf die gleiche Art, das Gleiche lernen.

ALLE KINDER – obwohl sich Jungs und Mädchen in unterschiedlichen Phasen ihrer motorischen Entwicklung befinden.

SITZEND – obwohl der Bewegungsbedarf der Jungs während der grobmotorischen Entwicklung viel größer ist.

AUF DIE GLEICHE ART – obwohl wir als Individuen mit unterschiedlichen Begabungen geboren wurden und  geschlechterspezifisch auch unterschiedliche Entwicklungsphasen durchlaufen.

Und daraus ergibt sich ganz logisch, dass es deshalb sehr unwahrscheinlich ist, dass alle Kinder… im gleichen Alter… zum gleichen Zeitpunkt… in der gleichen Geschwindigkeit… den gleichen Inhalt… auf die gleiche Art… gleich gut… lernen können. Punkt.

Wieso erwarten wir das aber? Und wieso werden Eltern panisch, wenn ihr Kind zu diesem Zeitpunkt nicht dieser Norm entspricht und sich sonst aber ganz normal entwickelt?

Bild.Blog-Artikel1

Mein Vorschlag an alle Eltern:

…besinnt euch auf die besonderen Begabungen eurer Kinder. Erinnert euch an die Zeit vor der Einschulung und beobachtet eure Kinder auch jetzt in der schulfreien Zeit.

…und dann macht euch Gedanken, wie ihr ihnen zeigen könnt, diese entdeckten Begabungen spielerisch beim Lernen der Schulinhalte einzusetzen und wie ihr sie so oft wie möglich auch außerhalb der Schule fördern könnt.

Damit geben wir unseren Kindern die wirkliche Chance, auch in der Schule SELBSTBEWUSST zu lernen und den Spaß dabei zu behalten.

Möchtest du über deine eigenen Erfahrungen berichten? Hast du Fragen, Bedenken, Zweifel zu diesem Thema? Dann melde dich oder schreib sie in die Kommentare. Ich freue mich auf dein Feedback.

LG Heike ;-)

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